Fakten
Dudelsackspieler
Trommler
Vorstand
Ehrenmitglieder
Mitgliedschaft
Laut Satzung der „Dudelsackgruppe Mehlsäcke e.V.“ kann jede Person die ordentliche Mitgliederschaft des Vereins beantragen. Der Aufnahmeantrag ist schriftlich an den Vorsitzenden des Vereins zu richten (Postanschrift).
Häufig gestellte Fragen
Das Wahrzeichen der Stadt Ravensburg ist ein Turm mit dem Namen Mehlsack. Diesen Namen bekam der Turm aufgrund seiner Form und Farbe. Nun hat der Turm eine weitere Ehre bekommen, er trägt auch den selben Namen wie die Dudelsackgruppe der Stadt. Wer den Namen zuerst hatte, konnte in jahrelangen Forschungen nicht geklärt werden. Der einzige Unterschied: die Mehlsäcke sind Mehrere, den Mehlsack gibt es nur einmal. Neuerdings gibt es auch Stimmen, welche auf eine auffallende Ähnlichkeit unserer Körper mit einem prall gefüllten Mehlsack aufmerksam machen wollen.
Wenn alle beisammen sind, was nur bei sehr hohen Anlässen der Fall ist (Besuch von Staatsoberhäuptern, Staatsbegräbnissen und Rutenfest), dann zählt die Gruppe 28 Mann und 0 Frau. Man darf allerdings nicht den Fehler begehen und spielen mit musizieren gleichsetzen. Bei den Dudelsackspielern spielen meist alle, nach Musik hört es sich aber nur bei ca. der Hälfte an. Wir wollen deshalb künftig das Wort Dudelsackträger benutzen. Die Trommler musizieren alle auf höchstem Niveau!
Schon ziemlich lange, um genau zu sein sehr lange. Das ganze hat mal im Jahr 1560 begonnen. Belegt ist dies durch ein Gruppenbild, welches als Bleiverglasung in der Jodokskirche Bestandteil einer großen Fensterscheibe ist. Darauf sind leider nicht alle zu sehen, da einige gerade als das Bild gemacht wurde auf der Toilette waren.
Dudelsackträger sind es 18 und bei den Trommlern 9. Davon betätigen 3 die kleinen schweren Rührmaschinen, 3 die großen schnellen Wäschertrommeln und 4 die langsameren. ‚Wäscher‘ kommt von Hineinwäschen, Hineinhauen.
Weil es ein Instrument ist, das viele kennen und wenige können. Der genaue Grund war das Verlangen des Volkes von Ravensburg an einer Neuerung für das Rutenfest. Den Vorschlag der Rutenfestkommission, eine mittelalterliche Spielmannsgruppe zu gründen, wurde von uns, nach langen geschichtlichen Forschungen, in eine traditionelle Sackpfeifergruppe umgewandelt. Außerdem standen als Alternativen nur Kontrabass und Konzertflügel zur Debatte und darauf hatten wir grad keinen Bock!
Der schottische Dudelsack hat natürlichen keinen historischen Hintergrund in Oberschwaben, aber sehr wohl die Sackpfeife. Das Instrument ist sehr ähnlich und da es leichter ist einen Dudelsack zu bekommen als eine Sackpfeife, benützen wir eben dieses Instrument. Schottland selbst hat allerdings schon seine Wurzeln in Oberschwaben. Es lag einmal zwischen Knollengraben und Grünkraut, wurde aber 1702 wegen dem Kontinentaldrift in den Pazifik verschoben.
Das Schwierigste ist überhaupt einen Ton aus dem Gerät zu bekommen. Der Druck, der abwechselnd durch Armdruck und Reinblasen im Sack entsteht, sollte immer möglichst konstant sein. Ansonsten würde jeder Ton schwanken. Da bei uns aber alles Playback abläuft, schwankt außer den Musikanten nichts! Trommeln ist noch viel schwieriger und kann daher hier nicht erklärt werden.
Wenn jemand musikalisch ist, dann kann er es in 6 Monaten erlernen. Manche sind schneller und manche lernen es nie richtig. Bei uns muss man nur den An / Aus Knopf des Grammophons bedienen können, dann klappt es auch gleich. Um allerdings Trommeln zu lernen, dazu ist ein normales Menschenleben eigentlich zu knapp bemessen.
Die Spielflöte (das untere Teil) sieht zwar aus wie eine Flöte, jedoch ist das Spielen nicht zu vergleichen. Da im Sack immer Druck herrscht sobald er aufgeblasen wird, ist auch immer ein Ton da. Ein Tonwechsel wird mit einem sogenannten ‚Griff‘ eingeleitet. In der Anzahl und Schwierigkeit der Griffe unterscheidet sich dann auch ein Anfänger von einem Könner, ebenso im Gewicht des Sackes. Wiegt doch eine Flöte nur ca. 300 Gramm so ist man bei einem guten Dudelsack schnell mal bei 54-73 Kilo. Das macht aber nichts, da ihn die eingeblasene Luft ja wieder leichter macht.
Der eigentliche Ton kommt aus der Spielflöte, die man in den Fingern hält. Durch Auf- bzw. Abdecken der Löcher auf der Flöte wird dann eine Melodie erzeugt (oder auch nicht). Wir z.B. haben in unsere Säcke Grammophone eingebaut und auf Knopfdruck spielen wir jedes erdenkliche Lied!
Man bekommt einen sogenannten Dudelsack schon für 150 €. Der ist dann in Pakistan gefertigt und zeigt bald seine Grenzen auf. Ein Instrument, welches den Namen verdient hat, bekommt man ab 500 €. Nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt. Diese Säcke kommen dann auch von den bekannten Firmen in Schottland. Unsere Säcke kommen von der Firma Vorwerk, die kosten uns nichts, wir müssen nur bei jedem Auftritt mindestens 5 Koboldsauger verkaufen.
Als passives Mitglied ist uns jeder herzlich willkommen. Einfach übers Kontaktformular die Mitgliedschaft beantragen. (Kostet 15,- € im Jahr) Als aktives Mitglied hat Mann es schon etwas schwerer. Bei uns ist Eigeninitiative und Engagement gefragt. Grundsätzlich sind wir offen für jeden Interessierten und laden zu jeder Probe ein, um sich mal zu präsentieren. Wir zeigen dort unser Material und Können. Es ist letztendlich viel Selbstdisziplin nötig, da sich die Lernphase auf ca. 6 Monate bis 1 Jahr erstreckt. Im Anschluss an diese Einarbeitungszeit kommen wir dann im Kollektiv zu einem Aufnahmebeschluss. Wer willig ist, der kann bei uns also was fürs Leben lernen. Es gibt aber auch eine zweite Möglichkeit aktives Mitglied zu werden: Für eine Portion Wurstsalat ohne Brot und 2-3 Liter warme Buttermilch haben wir noch jeden aufgenommen. Oder aber, man springt mit einem Dudelsack bewaffnet, während des Festzuges am Rutenmontag, in unsere Reihen und marschiert einfach mit. So haben es bisher alle gemacht und wir haben es bis heute nicht gemerkt, dass wir uns eigentlich gar nicht kennen. Bei den Trommlern geht das natürlich nicht, da dies sofort bemerkt werden würde.
Es ist tatsächlich so, daß wir nur 1 mal in der Woche gemeinsam proben und das auch nur von Februar bis Oktober. Das ganze findet jeden Freitag um 20:00 Uhr statt. Für den Feinschliff ist jeder selbst verantwortlich und sucht sich darüberhinaus eben Gleichgesinnte, die ebenfalls Defizite ausmerzen wollen und trifft sich mit denen zu ner Extraprobe. Für unseren Probenraum in der Höll 40 hat jeder Aktive einen Schlüssel und dort kann er soviel proben wie er will.
Das stimmt so nicht. In unserem vorigen Leben waren wir alle mal Frauen und haben gemeinsam in einem Häkelclub erotische Unterhosen geknüpft. Es ist also lediglich ein Akt der Gleichberechtigung, dass wir uns im jetzigen Leben für eine reine Männerrunde entschieden haben. Die Mitglieder mit den gelben Westen sind zudem kurz davor, sich eine weibliche Identität zuzulegen!
Diese 3 Stöcke sind die Bässe (Drones) und sie erzeugen einen Dauerton, der auf den Grundton der Spielflöte gestimmt ist. Also der Ton, welcher sich wie ein sprechendes Schaf anhört. Wir haben uns für die luftsparendere Variante entschieden, deshalb stehen bei uns drei Schafe oben raus.
Historie
1985 - Wie alles begann ...
Es war einmal vor 30 Jahren. In einer Zeit, als Vielweiberei, Trunksucht und Dekadenz hoch im Kurs standen, haben sich ein paar verwegene Jünglinge zusammengetan und die „Mehlsäcke“ gegründet.
Allesamt waren wir eingefleischte Gotthilf Fischer Fans und die Wiener Sängerknaben dienten uns als Vorbild. Noch eine wichtige Gemeinsamkeit hatten wir, nämlich verspürten wir den nicht zu bändigenden Drang, auf einen möglichst Lärm erzeugenden Gegenstand einzudreschen. Unser erster Trommelprototyp bestand aus einer Blechmülltonne und Fahrradfelgen. Alle waren begeistert und 12 Mann investierten ihr letztes Hemd für eine sogenannte „Katze im Sack“. Schließlich bauten wir uns unsere Trommeln selbst aus Plexiglas, die wir übrigens noch heute malträtieren. Kostüme nähten uns die bekannten Spitzenklöpplerinnen aus Oberammergau für einen Apfel und ein Ei.
1990 - Anfang des Dudelsacks
Nach 5 Jahren haben wir auf der Oberschwabenschau beim Vorwerk-Stand entschieden, auf Dudelsäcke umzusteigen. Zuerst hatten wir 3 Jahre auf Elektropianos geübt, aber plötzlich wurde uns klar, daß am Rutenfest-Umzug die Verlängerungskabel nicht reichen würden.
Mit den Dudelsäcken sind wir dann aber groß ins Geschäft eingestiegen (Grand Prix de la Chanson 1.Platz, Oscar für beste Filmmusik, 13 Wochen Platz 1 der US-Charts. Diese Liste ließe sich beliebig erweitern, doch belassen wir es dabei. Seither spielen wir ca. 1500 Auftritte im Jahr, vorwiegend nachts und im Ausland, da wir alle tagsüber ja zur Arbeit müssen.
1993 - Bau des Vereinsheims
Wir, mittlerweile auf 28 Leute angewachsen, arbeiten übrigens alle als Goldschürfer im Höllbach, wo wir uns deshalb vor 20 Jahren aus 48 Wohnwagen ein Vereinsheim zusammengeschustert haben. Dort findet auch seit 1998 das seit ewigen Zeiten bekannte RutenRaus statt.
Mit Bier im Maßkrug und den berühmten Spezialitäten aus dem noch berühmteren Wurstwagen. Dieses Fest findet übrigens weltweit Beachtung, da es in einen einzigen Koffer passt. Das Festgelände ist quasi aufblasbar und wird immer Freitags vor Festbeginn von uns aufgeblasen. Ist das Fest vorbei, lassen wir die Luft wieder ab, schütteln es einmal kräftig aus und dann kommt es wieder für ein Jahr in den Koffer.
2015 - Das Rutenfest
Am Rutenfest selbst sind wir natürlich streng unterwegs. Ab Freitagmittag sind wir weg vom Fenster. In den folgenden 4 Nächten sollten 2 Stunden Schlaf auf keinen Fall überschritten werden.
Wichtige Stationen sind Freitagabend die Eröffnung am Marienplatz und bei den Landsknechten in der Zehntscheuer, Samstagabend Freischwimmerabzeichen im Schadbrunnen, Sonntagmorgen der Gottesdienst, Montagmorgen Festzug mit Däfelesbua, Mittags Fleischbeschau auf dem Flappachfloß. Jeweils Sonntag und Montagabend spielen wir auf der Muschelbühne im Bärengarten. Natürlich schließen auch die meisten von uns täglich den Bärengarten ab und ziehen sich dann in die Gemächer des prachtvoll geschmückten Bärengartenhotels zurück. Genau so wird es wohl ewig weitergehen, sofern uns nicht der Fußpilz dahinrafft. Rollstühle haben wir jedenfalls schon bestellt und unsere Kinder haben uns versprochen, uns auch in schlechten Zeiten in den Bärengarten zu schieben.
Jetzt - Was treibt uns an?
Noch eine Sache möchten wir dem geneigten Leser verraten. Wir sind nämlich nicht ganz normal. Unsere Gemeinschaft geht weit über das sonst übliche Maß hinaus, wir sind ein unvergleichlicher Freundeskreis welcher für jeden Einzelnen eine wichtige Säule des Lebens bedeutet.
Sehen sie in uns am Besten eine sich nicht permanent erneuernde Musikformation, sondern eher eine Musikgruppe die über viele Jahre hinweg Bestand haben wird, dabei einen mords Spaß hat der ansteckend ist und hoffentlich auch Andere zu Kreativität und Mut etwas Neues zu wagen inspiriert.